3-Pflanzen-Limit nach CanG? Dann hol das Maximum raus. LST verdoppelt bei vielen Growern den Ertrag pro Pflanze — ohne Schnitt, ohne Stress, ohne Risiko.
Was ist Low Stress Training?
Eine Cannabispflanze wächst von Natur aus wie ein Weihnachtsbaum: ein dominanter Haupttrieb in der Mitte, kleinere Seitentriebe darunter. Die oberen Knospen bekommen alles Licht — die unteren bleiben klein. Das ist Energieverschwendung.
LST (Low Stress Training) durchbricht dieses Muster: Du biegst den Haupttrieb sanft zur Seite und fixierst ihn. Dadurch wachsen alle Seitentriebe gleichmäßig nach oben — die Pflanze bildet ein breites, flaches Blätterdach. Jeder Ast bekommt direktes Licht, jeder Ast trägt große Buds. Kein Schnitt, kein Stress, keine Erholungszeit.
LST verwandelt den natürlichen Weihnachtsbaum-Wuchs in ein breites, gleichmäßig beleuchtetes Blätterdach mit deutlich mehr Ertrag
Warum LST bei 3 Pflanzen besonders wichtig ist
Das Cannabisgesetz (CanG) erlaubt maximal 3 Pflanzen gleichzeitig. Wer ohne Trainingsmethoden anbaut, nutzt das legale Potenzial nur zur Hälfte. Mit LST holst du aus jeder Pflanze heraus, was ohne Training zwei oder drei Pflanzen leisten würden.
Bis zu 2x mehr Ertrag
Gleichmäßige Lichtverteilung = mehr aktive Blütenansätze pro Pflanze. Statt 1 Hauptbud entstehen 8–16 gleichgroße Colas.
Kein Wachstumsstopp
Im Gegensatz zu Topping und FIMming unterbricht LST das Wachstum nicht. Die Pflanze wächst ohne Pause weiter.
Ideal für Autoflowering
Autos blühen nach Zeitplan — HST-Stress kostet wertvolle Tage. LST funktioniert parallel zum Wachstum.
Niedrigeres Wuchsprofil
LST hält die Pflanze flacher — ideal für niedrige Growzelte und diskrete Setups im Innenbereich.
Beim LST werden Äste mit weichem Draht oder Klemmen langsam in die horizontale Position gebogen — nicht gebrochen
Schritt-für-Schritt Anleitung
Was du brauchst
Weiches Gartendraht
Oder LST-Clips — muss weich sein, damit er die Äste nicht einschneidet. Kein harter Metalldraht.
Topf-Ösen / Haken
Kleine Plastik- oder Metallhaken, die du in den Topfrand steckst. Fixierungspunkte für den Draht.
Rundzange
Für präzises Biegen und Verdrillen des Drahts.
Hygrometer / Timer
Optimal wachsende Pflanzen reagieren besser auf LST. Richtiges Klima vorausgesetzt.
Wann und wie: Die LST-Schritte
1
Woche 2–3
Erster Bieger
Die Pflanze hat 4–6 Knoten. Biege den Haupttrieb sanft (ca. 45–90°) zur Seite und fixiere ihn mit einem Haken am Topfrand. Nicht reißen — langsam und ruhig biegen.
2
Woche 3–4
Seitentriebe aufziehen
Die früheren Seitentriebe wachsen jetzt nach oben und überholen den fixierten Haupttrieb. Biege sie ebenfalls nach außen und fixiere sie — bis ein gleichmäßiges Fächer-Muster entsteht.
3
Woche 4–5
Krone formen
Alle Äste gleichmäßig nach außen biegen, sodass die Pflanze einen flachen Tisch oder eine Krone bildet. Jeder Ast sollte auf gleicher Höhe enden.
4
Blütephase
Sanft nachkorrigieren
In der Blütephase nur noch kleine Korrekturen. Keine radikalen Biegungen mehr. Äste, die nach innen wachsen und Licht blockieren, können weggeknickt oder entfernt werden (Lollipopping).
LST in der Praxis: Video-Guide
LST Schritt-für-Schritt — Biegen, Fixieren und Krone formen in der Praxis
Nächster Schritt in der Serie
Teil 4: Cannabis richtig düngen
Deine Pflanze ist geformt — jetzt muss sie richtig ernährt werden. N-P-K, pH-Wert 6,0–7,0 und was Mangelerscheinungen bedeuten.
Es gibt zwei Grundkategorien: Low Stress (kein Schnitt) und High Stress (Schnitt oder starke Manipulation). Beide erhöhen den Ertrag — aber auf unterschiedlichen Wegen.
Methode
Schnitt?
Erholungszeit
Schwierigkeit
Ertragssteigerung
LST
Nein
Keine — Wachstum ungestört
Sehr einfach
+50–100 %
Topping (HST)
Ja (Haupttrieb)
5–10 Tage
Einfach
+50–100 %
FIMming (HST)
Ja (Wachstumsspitze)
3–7 Tage
Mittel
+50–75 %
Lollipopping
Ja (untere Äste)
2–4 Tage
Einfach
+20–40 % Qualität
SCROG
Nein (Netz)
Keine
Mittel
+75–150 %
SCROG — LST auf dem nächsten Level
SCROG (Screen of Green) ist die konsequente Weiterentwicklung von LST. Statt Äste einzeln zu fixieren, spannst du ein horizontales Netz (Screen) 20–30 cm über den Töpfen auf. Äste werden aktiv durch die Maschen geführt und horizontal trainiert, bis das Netz vollständig und gleichmäßig bedeckt ist.
Vorteile SCROG
Gleichmäßigste aller Methoden
Netz hält Form automatisch
Optimal für 1–3 Pflanzen in kleinen Zelten
Kombinierbar mit Topping für maximalen Ertrag
Nachteile SCROG
Umtopfen nach dem Screen fast unmöglich
Setup aufwendiger als freies LST
Nicht ideal für Autoflowering (weniger Zeit)
Erfordert mehr Vorerfahrung
Typische Fehler beim LST
Zu früh anfangen
Unter 4 Knoten ist die Pflanze noch zu zart. Äste reißen schnell, die Wachstumsspitze ist noch zu klein für effektives Biegen. Warte bis mindestens 4–6 Knoten.
Zu spät anfangen
In der Blüte verholzen die Stängel. Biegen in der Blütephase kann Äste brechen. LST gehört in die Veg-Phase — je früher (ab Knoten 4), desto wirkungsvoller.
Zu straff biegen
Äste brechen, wenn du zu schnell oder zu weit biegst. Biege in mehreren Schritten: heute 30°, morgen nochmal 30°. Wenn du Knackgeräusche hörst, sofort aufhören.
Harten Draht nehmen
Drahtige Stützdrähte schneiden in die Äste. Immer weiches Gartendraht, LST-Clips oder Klettverschluss nutzen — nie Blumendraht oder Bindedraht aus Metall.
Nach einmal fertig sein
LST ist kein "einmal machen und fertig". Die Pflanze wächst weiter und richtet sich auf. Alle 2–3 Tage nachschauen und neue Triebe weitertrainieren.
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LST (Low Stress Training) ist eine Trainingsmethode, bei der die Äste einer Cannabispflanze sanft gebogen und mit Haken oder Draht fixiert werden — ohne sie zu schneiden oder zu brechen. Ziel ist es, eine flache, breite Blätterdachfläche zu erzeugen, damit mehr Knospenansätze direktes Licht bekommen. Das erhöht den Ertrag pro Pflanze deutlich, ohne sie zu stressen oder die Wachstumsphase zu verlängern.
Wann soll ich mit LST anfangen?
Ideal ist der Start in der frühen Wachstumsphase (Veg) ab dem 4.–6. Knoten, also etwa 2–3 Wochen nach dem Keimen. Die Äste sind dann noch biegsam genug, um geformt zu werden, ohne zu brechen. Zu früh (unter 4 Knoten) ist die Pflanze noch zu klein und empfindlich. Während der Blütephase sollte LST nur noch sanft und selektiv fortgeführt werden — radikale Umformungen in der Blüte schaden dem Ertrag.
Was ist der Unterschied zwischen LST und Topping?
LST (Low Stress Training) biegt und fixiert Äste, ohne die Pflanze zu schneiden — sie erleidet kaum Stress und das Wachstum geht fast ohne Pause weiter. Topping ist HST (High Stress Training): der Haupttrieb wird abgeschnitten, woraufhin zwei neue Haupttriebe entstehen. Topping erhöht die Knospenanzahl stärker, braucht aber 5–10 Tage Erholungszeit. LST eignet sich besonders für Anfänger und Autoflowering-Sorten, da kein Schnitt und keine Erholungszeit nötig ist.
Funktioniert LST auch bei Autoflowering-Sorten?
Ja — LST ist sogar besonders gut für Autoflowering-Sorten geeignet, weil diese einen festen Zeitplan haben und keine Zeit für Erholung nach HST-Methoden wie Topping haben. Mit LST kannst du ab Woche 2–3 anfangen, sanft zu biegen, ohne die Blütephase zu verzögern. Ergebnis: deutlich mehr Ertrag bei gleicher Growdauer. Wichtig: Nur biegen, niemals brechen — Auto-Sorten erholen sich langsamer.
Was ist SCROG und wie hängt es mit LST zusammen?
SCROG (Screen of Green) ist eine Weiterentwicklung von LST: Ein horizontales Netz (Screen) wird über die Pflanzen gespannt, Äste werden aktiv durch die Maschen geführt und horizontal trainiert. Ziel ist eine einheitliche, flache Blätterdachfläche auf einer definierten Höhe. SCROG ist effektiver als freies LST, weil das Netz die Form hält — aber etwas aufwendiger im Setup. Für 1–3 Pflanzen in einem 60–80 cm Zelt ist SCROG ideal.
Grow-Guide-Serie
5-teiliger Eigenanbau-Guide — von der ersten Pflanze bis zur Ernte