Cannabis düngen — N-P-K und pH-Wert Guide
Eigenanbau Guide

Cannabis richtig düngen

N-P-K, pH-Wert, Mangelerscheinungen erkennen — der komplette Dünge-Guide für Einsteiger. Was deine Pflanze wirklich braucht, wann sie es braucht und was du bei Problemen tun kannst.

Was ist N-P-K?

Jeder Dünger zeigt drei Zahlen — z.B. 3-1-2. Das sind die Anteile der drei wichtigsten Makronährstoffe: Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Cannabis braucht alle drei, aber in unterschiedlichen Mengen je nach Wachstumsphase.

Daneben gibt es Sekundärnährstoffe (Kalzium, Magnesium, Schwefel) und Mikronährstoffe (Eisen, Zink, Mangan u.a.), die in kleineren Mengen ebenso wichtig sind.

Cannabis Düngen — Indoor-Pflanzen mit optimaler Nährstoffversorgung
Richtig gedüngte Pflanzen sind sattgrün und kompakt — Mangelzeichen zeigen sich zuerst an den ältesten Blättern

Die drei Hauptnährstoffe erklärt

N
Stickstoff
Wichtig für
Blattwachstum, Chlorophyllbildung, grüne Farbe. Fehlt Stickstoff, vergilben die unteren Blätter zuerst.
P
Phosphor
Wichtig für
Wurzelentwicklung, Blütenbildung und Energietransfer. In der Blütephase besonders entscheidend.
K
Kalium
Wichtig für
Nährstofftransport, Stärkung der Zellwände, Stressresistenz und Ertragsdichte.
Gelbfleckige Blätter durch Nährstoffmangel — Zeichen zu wenig oder falscher Düngung
Gelblich-braune Blattränder können auf Kalium- oder Magnesiummangel hinweisen — zuerst pH-Wert prüfen

Vegetative Phase vs. Blütephase: Andere Nährstoffe

Der größte Fehler beim Düngen: Den gleichen Dünger die gesamte Grow-Zeit verwenden. Cannabis braucht in der Veg-Phase ganz andere Verhältnisse als in der Blüte.

Indica vs. Sativa: Indica-Sorten haben eine kürzere Blütezeit und reagieren empfindlicher auf Stickstoffüberschuss in der Blüte. Sativa-dominante Sorten blühen länger und vertragen höhere N-Werte bis in die mittlere Blüte. Mehr zu Cannabis-Sorten →
Phase Stickstoff (N) Phosphor (P) Kalium (K) Ziel
Keimung / Sämling Sehr wenig Wenig Wenig Keine externe Düngung nötig — Keimsubstrat reicht
Wachstum (Veg) Hoch Mittel Mittel Blatt- und Stammwachstum maximieren
Frühe Blüte (Woche 1–3) Mittel (reduzieren) Hoch Hoch Blütenansätze fördern, Stickstoff schrittweise reduzieren
Blüte (Woche 4+) Niedrig Sehr hoch Sehr hoch Budentwicklung und Dichte maximieren
Spülwoche (letzte 1–2 W.) Keiner Keiner Keiner Nährsalze aus Substrat spülen für sauberen Geschmack

pH-Wert: Warum 6,0–7,0 entscheidend ist

Der pH-Wert des Gießwassers und Substrats bestimmt, ob die Wurzeln Nährstoffe überhaupt aufnehmen können. Außerhalb des optimalen Bereichs werden Nährstoffe chemisch gebunden und stehen der Pflanze nicht zur Verfügung — selbst wenn genug Dünger im Substrat ist.

Erde: pH 6,0–7,0

Idealwert: 6,2–6,8. Erde puffert pH-Schwankungen besser als Hydrokultur. Trotzdem muss das Gießwasser im richtigen Bereich liegen — einfach messbares Leitungswasser (oft pH 7,0–7,5) immer nach unten korrigieren.

Hydro / Coco: pH 5,5–6,5

Idealwert: 5,8–6,2. Ohne Erde gibt es keine Pufferwirkung — Schwankungen schlagen sofort auf die Pflanze durch. pH täglich messen, in Hydrosystemen zweimal täglich.

Symptome vor dem Düngen immer erst pH prüfen
Viele Mangelerscheinungen sind keine echten Mängel — sie entstehen durch falschen pH, der die Aufnahme blockiert. Vor jedem Düngen zuerst pH-Wert messen und korrigieren. Erst danach entscheiden, ob Dünger nötig ist.

Organisch vs. Mineralisch düngen

Organisch
Beispiele: Wurmmist, Kompost, Guano, Kokosmehl
Kaum überdüngbar — Nährstoffe werden langsam freigegeben
Verbessert Bodenstruktur und Mikrobiom
Natürlicheres Aroma im Endprodukt
Günstig und teilweise selbst herstellbar
Nachteil: Langsame Reaktion, schwerer präzise dosierbar
Mineralisch
Beispiele: Flüssig-NPK, Hydroponik-Nährlösungen
Sofortige Wirkung — Pflanze nimmt Nährstoffe direkt auf
Präzise NPK-Verhältnisse für jede Phase
Ideal für Hydro- und Coco-Anbau
Gute Kontrolle über Nährstoffaufnahme
Nachteil: Überdüngungsrisiko höher, kein Bodenaufbau

Video: Cannabis düngen — kompakt erklärt

Dünge-Short — Nährstoffe, pH-Wert und Timing im Überblick

Deep Dive: Düngen im kompletten Grow-Zyklus (Long Format)

Anbau #1 — vollständiger Grow mit Dünge-Praxis von Keimung bis Ernte

Mangelerscheinungen erkennen und beheben

Bevor du nachdüngst: immer zuerst pH prüfen. Viele scheinbare Mängel verschwinden nach einer pH-Korrektur ohne zusätzliche Nährstoffe.

Symptom Wahrscheinliche Ursache Lösung
Untere Blätter vergilben gleichmäßig, fallen ab Stickstoffmangel (N) Stickstoffreichen Dünger geben (z.B. Guano hoch-N oder flüssig Grow-Dünger)
Blätter dunkelgrün, Stängel lila/rot, bräunen sich Phosphormangel (P) Blütedünger erhöhen; Ursache oft pH unter 6,0 — zuerst korrigieren
Blattränder bräunen / Blattrand-Nekrose Kaliummangel (K) Kaliumreichen Bloom-Booster einsetzen; pH prüfen (ideal 6,0–7,0)
Gelbe Flecken zwischen grünen Blattadern (intervenal) Magnesiummangel (Mg) 1 TL Bittersalz (MgSO4) pro Liter Wasser, als Blattspray oder Gießwasser
Braune Punkte/Flecken auf neuen Blättern, krause Blattränder Kalziummangel (Ca) CalMag-Supplement erhöhen; pH 6,2–6,8 für Ca-Aufnahme. Detaillierter Kalziummangel-Guide →
Neue Blätter hellgrün/gelb, alte Blätter grün Eisenmangel (Fe) oder Mangel-Lockout pH auf 6,2–6,8 korrigieren; Eisen-Chelat hinzufügen
Alle Blätter hellgrün-gelblich, Wachstum langsam Genereller Nährstoffmangel oder zu wenig Licht Vollwertdünger einsetzen; Lichtintensität prüfen
Blattspitzen verbrennen (Tip Burn) Überdüngung (Nutrient Burn) Substrat mit reinem Wasser durchspülen, Düngerpause 1–2 Wochen
Welke Blätter trotz feuchtem Substrat Wurzelfäule oder Überwässerung Substrat abtrocknen lassen, Drainage verbessern, kein Dünger

Dünge-Praxis: Die wichtigsten Regeln

Weniger ist mehr
Anfänger überdüngen häufig. Start mit halber Dosierung, dann schrittweise steigern. Cannabis zeigt Überdüngung (Tip Burn, Nährsalzkruste) schneller als Mangel — ist aber schwerer zu korrigieren.
Dünger immer im Wasser auflösen
Nie trockenen Mineral-Dünger direkt auf Wurzeln geben. Immer im Gießwasser auflösen, pH danach prüfen — Dünger verändert den pH des Wassers.
Spülwoche einplanen
In den letzten 1–2 Wochen vor der Ernte nur noch reines Wasser (pH-korrigiert) geben. Nährsalze aus dem Substrat werden ausgespült — das verbessert den Geschmack und die Brenneigenschaft deutlich.
EC-Wert messen (Hydrokultur)
Wer mit Hydro oder Coco arbeitet: Ein EC-Meter (Leitfähigkeit) zeigt, wie viele gelöste Nährsalze im Wasser sind. In der Veg: EC 0,8–1,3 mS/cm, Blüte: 1,3–1,8 mS/cm.
Substrat wechseln bei Überdüngung
Wenn Nährsalze sich aufgebaut haben: Substrat einmal kräftig durchspülen (3x Topfvolumen sauberes Wasser), bis der Ablauf-pH neutral ist. Danach einige Tage Pause.
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Häufige Fragen zum Cannabis düngen

Was bedeutet N-P-K beim Cannabis düngen?
N-P-K steht für Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) — die drei wichtigsten Makronährstoffe für Cannabis. Auf Düngern sind diese Werte als drei Zahlen angegeben, z.B. 3-1-2. Stickstoff fördert das Blattwachstum, Phosphor unterstützt Wurzeln und Blütenbildung, Kalium stärkt das Immunsystem und Nährstofftransport. In der Wachstumsphase braucht Cannabis mehr N, in der Blüte mehr P und K.
Warum ist der pH-Wert beim Düngen so wichtig?
Der pH-Wert bestimmt, ob Cannabis-Wurzeln Nährstoffe überhaupt aufnehmen können. Bei zu niedrigem oder zu hohem pH werden manche Nährstoffe unlöslich und damit unzugänglich — die Pflanze zeigt Mangelsymptome, obwohl genug Dünger vorhanden ist. Bei Erde sollte der pH zwischen 6,0 und 7,0 liegen (ideal 6,2–6,8), bei Hydrokultur zwischen 5,5 und 6,5. Ein günstiges pH-Messgerät ist eine der wichtigsten Investitionen beim Eigenanbau.
Was ist besser: organisch oder mineralisch düngen?
Beide Methoden haben Vorteile. Organische Dünger (Kompost, Guano, Wurmmist) verbessern langfristig die Bodenstruktur, sind schwer zu überdüngen und fördern ein komplexes Mikrobiom. Mineralische Dünger (flüssige NPK-Konzentrate) wirken schnell, sind präzise dosierbar und gut für Hydrokultur geeignet. Für Einsteiger mit Erde empfehlen sich organische Dünger, da sie verzeihender sind.
Wie erkenne ich einen Nährstoffmangel bei Cannabis?
Nährstoffmängel zeigen sich meist an den Blättern. Stickstoffmangel: Untere Blätter vergilben gleichmäßig und fallen ab. Phosphormangel: Blätter werden dunkelgrün bis lila, dann braun. Kaliummangel: Blattränder bräunen (Blattrand-Nekrose). Magnesiummangel: Intervenal-Chlorose, d.h. gelbe Flecken zwischen den grünen Blattadern. Immer zuerst den pH-Wert prüfen, bevor du nachduengt — häufig ist kein Mangel vorhanden, sondern ein pH-Problem verhindert die Aufnahme.

Grow-Guide-Serie

5-teiliger Eigenanbau-Guide — von der ersten Pflanze bis zur Ernte

1 Eigenanbau Guide — Grundlagen & Setup 2 Stecklinge ziehen 3 LST Training — Low Stress Training
4 Cannabis düngen — N-P-K & pH-Wert Aktuelle Seite
5 Trocknen & Curing — Ernte richtig verarbeiten
Glossar: Eigenanbau Nährstoffmangel Guide Kalziummangel Alle Ratgeber CSC Karte pH Guide Vegetationsphase Blütephase Guide Hydroponik Klima Guide
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